Vorsichtig stecke ich die Kamera unter mein T-Shirt. Es ist noch früh am Morgen, ca. 9 Uhr, aber schon kurze Hose Wetter. Ich laufe, erst gemächlich, dann schneller, am Ende renne ich in durchweichten Flip Flops zur Plattform inmitten der Iguazu Wasserfälle. Von dort aus hat man einen unglaublichen Blick, auf die von allen Seiten herabstürzenden Wassermassen. Der Wind steht ungünstig und bläst die Gischt direkt auf uns. Meine Hose ist innerhalb von Sekunden komplett durchweicht, genauso wie mein T-Shirt und die Flip Flops. Langsam verstehe ich, wieso hier jeder in Badehose oder mit Regencape neben mir steht. In ein paar Stunden sitzen wir schon im Flieger nach Rio de Janeiro, schießt es mir in den Kopf. Ich stelle mir vor, wie ich tropfend und triefend in den klimatisierten Flieger steige und mich verschämt in den Sitz schleiche. Egal, jetzt oder nie, ich ziehe die Kamera unter dem T-Shirt hervor und fotografiere mutig drauf los.
Tags: Reisebericht Iguazu Wasserfall Iguazu Wässerfälle Argentinien Brasilien
Schon auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt spürt man es. Auf den breiten Mautstraßen gleitet man regelrecht dahin. Jede deutsche Autobahn fährt sich dagegen wie ein Rübenacker. Allgemein fühlt sich Santiago de Chile an, als hätte man Südamerika längst verlassen. Breite Avenues, U-Bahnen und ein gepflegtes Stadtbild. Für ein paar Sekunden denke ich, ich wäre in Vancouver. Vielleicht liegt es auch nur an den Anden, die in meinen Erinnerungen, den North Shore Mountains ähneln und dem urbanen Gesicht der Stadt, einen provinziellen Charme verleihen. Vielleicht ist es aber auch das Gefühl von Sicherheit, was beide Großstädte ausstrahlen. Schon bei der Einreise, musste ein deutsches Paar, die Mitnahme von zwei bolivianischen Äpfeln im Koffer, teuer bezahlen. Chile lebt mitunter vom Wein- und Obstexport und verhängt strengen Strafen, auf die mögliche Einfuhr von Schädlingen.
Tags: Reisebericht Chile Santiago Santiago de Chile Südamerika
Der Sommer naht und damit auch mein Verlangen auf ausgefallene Burgerpyramiden. Wer erinnert sich nicht gern zurück an die Jugendzeit, wo man im Freibad, ganz ohne Reue, Pommes mit Ketchup und einen Burger essen konnte. Im Fortgeschrittenen alter, muss man sich das Ganze zwar etwas besser einteilen, aber noch lange nicht darauf verzichten. Frischer Rucola, Basilikum-Nuss-Pesto oder karamellisierte Zwiebeln, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist was schmeckt!
Tags: Burger kreative Burger ausgefallene Burger Hamburger Mr Jack Burger Bar
Coca-Blätter werden in den Hochlandgebieten der Anden nicht nur als belebendes Kauvergnügen, sondern auch als spirituelle Utensilien geschätzt. Die Kalawaya, bolivianische Schamanen und Naturheiler, lesen aus ihnen die Zukunft. Was sich für mitteleuropäische Ohren wie Hokuspokus anhört, gilt in Bolivien als Wissenschaft. Jetzt mal unter uns, Coca-Bonbons und Coca-Tee hauen nicht wirklich rein. Schmeckt zwar alles ganz lecker, aber selbst nach drei Kannen fliegt man noch nicht zur Toilette. Da sieht es mit dem Kauen der Blätter schon ganz anders aus. Auf die Technik kommt es an. Profis falten mehrere Blätter zu einem kleinen Packet und legen dies erst mal für eine halbe Stunde in der Backe ab. Dadurch werden die getrockneten Blätter weich. Danach kann man sie kauen, was übrigens ziemlich scheußlich und bitter schmeckt. In den Anden werden die Coca-Blätter als Nahrungsergänzungsmittel gekaut, um Hunger und Müdigkeit zu verdrängen und um der Höhenkrankheit entgegen zu wirken. Ob unser Kalawaya auch gerade Coca-Blätter in seiner Backe versteckt hat, kann ich nicht erkennen. Es ist dunkel in der kleinen Lehmhütte, nur das offene Feuer und ein paar Kerzen spenden Licht.
Tags: Reisebericht Kalawaya Schamanen Coca-Blätter Bolivien Anden
















