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Grand Canyon in Sachsen

Reisebericht Elbsandsteingebirge


"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!", schon Johann Wolfgang von Goethe wusste, dass man nicht immer um die halbe Welt fliegen muss, um einmalige Natur und atemberaubende Szenerien zu finden. Wer also mal wieder Balkonien gebucht hat und vielleicht doch nach etwas Abwechslung sehnt, kann sich ja mal das Elbsandsteingebirge besuchen.

Über 400 Kilometer markierte und hervorragend ausgeschilderte Wanderwege warten auf ihre Besucher. Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Boot, die Sächsische Schweiz lockt mit vielfältigen Freizeitangeboten.



Wir starten unseren Wochenendausflug in Hinterhermsdorf, das 2001 zum schönsten Dorf Deutschlands ausgezeichnet wurde. Neben zahlreichen gut erhaltenen Umgebindehäusern, eine Mischung aus slawischem Blockbohlenhaus und germanischen Fachwerkhaus, ist das Dorf auch Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen, sowie für die Kahnfahrt durch das wildromantische Kirnitzschtal. Letzteres ist unser erstes Ziel. Wir lassen das Auto stehen und wandern durch dichte, mit Farn bedeckte Wälder, bis zur Bootsstation. Wanderwege führen von hier bis in die Tschechische Republik, die nur etwa 2 Kilometer entfernt ist. An der Bootsstation steigen wir in einen kleinen Kahn und lassen uns durch das idyllische Tal rudern.
Der Kapitän zeigt uns alles Sehenswerte auf dem Weg zur Schleuse und wir genießen die Fahrt. An der Oberen Schleuse ist Endstation und wir steigen aus und wandern über das Hermannseck, durch enge Felsspalten zurück zum Parkplatz.


Von hier geht's mit dem Auto über den Lichtenhainer Wasserfall, der uns nicht sonderlich beeindruckt hat, weiter bis zum Kuhstall. Dieser hat nur wenig mit gefleckten Wiederkäuern zu tun, sondern ist ein beeindruckendes Felsentor, auf das man über die enge Himmelsleiter auch hinaufsteigen kann. Von oben hat man einen tollen Ausblick über den Nationalpark. Der Weg führt weiter zu Höhlen, Grotten und bizarren Felsformationen und wir fahren erst spät gegen Abend zur Unterkunft nach Rathen.


Um 4:45 reißt der Wecker uns aus dem Bett und in die Wanderschuhe. Frühstück gibt es eh erst ab halb acht, also raus zum Sonnenaufgang auf die Bastei. Gerade mal 20 Minuten benötigen wir von Rathen bis zur Felsenbrücke. Breite Stufen führen durch den Wald. Pünktlich zum Sonnenaufgang sind wir oben angekommen und freuen uns, das herrliche Panorama genießen zu können. Die Sonne leuchtet goldgelb auf die Basteibrücke und die steil aufragenden Felsnadeln. Vom weiter oben gelegenen Plateau, hat man einen unglaublichen Ausblick auf das noch neblige Elbtal und die Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Lange schweifen unsere Blicke und die Kamera hat schon beachtliche 207 Aufnahmen im Kasten, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Das Frühstück schmeckt nach einem Spaziergang am Morgen natürlich auch gleich doppelt so gut.



Wohl genährt schlendern wir anschließend durch den Luftkurort Rathen und sehen dem regen Treiben der Touristenmaßen zu, die mit der Fähre die Elbe überqueren. Höchste Zeit, dass auch wir uns wieder auf den Weg machen, um noch mehr vom Elbsandsteingebirge zu sehen. Die Festung Königstein, eines der Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz, ist unser nächstes Ziel. Sie ist eine der größten Bergfestungen Europas und thront auf dem Tafelberg oberhalb von Königstein, am Ufer der Elbe. Wir laufen einmal um die riesige Anlage und erschrecken etwas beim horrenden Eintrittspreis von sechs Euro pro Person. Kurzerhand entscheiden wir uns die Festung im Internet genauer zu studieren und das Geld in Aprikosenknödel mit Erdbeer-Butter-Soße anzulegen. Ein Schild auf der Herfahrt hat uns darauf aufmerksam gemacht. Eine gute Entscheidung, wie sich wenig später in der Kerzenzieherei in Krietzschwitz herausstellt. Die Kerzenzieherei ist ein kleines aber feines Restaurant, indem man sich seine eigenen Kerzen herstellen und dabei fürstlich dinieren kann. Die Aprikosenknödel sind eine wirklich leckere Süßspeise die, wie der Name schon ahnen lässt, eine frische Aprikose im Inneren beherbergt. Babsatt und zufrieden machen wir uns so auf den Heimweg.


Die Sächsischen Schweiz hat wirklich einmalige Wanderwege , die auch für ungeübte Spaziergänger geeignet sind, da man selten länger als 30 Minuten vom Parkplatz zur Sehenswürdigkeit laufen muss. Aufgrund der riesigen Fläche, ist man die meiste Zeit ungestört und sieht nur ab und an Gleichgesinnte. Bizarre Felslandschaften, Höhlen, Grotten und die Kombination aus Wald, Wasser und herrlich frischer Luft machen das Elbsandsteingebirge zu einem absoluten Wandereldorado.


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