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Party im Thermalbad

Reisebericht Budapest


"Einer der 10 besten Events der Welt", damit preist ein ZDF Bericht die Disco im Thermalbad in Budapest an. "Na wenn ZDF das sagt, wird es schon stimmen!", denken wir und buchen kurzerhand einen Flug, mit WizzAir für schlappe 20,- Euro, in die Millionenmetropole an der Donau.


Budapest ist bekannt für seine heißen Quellen und Thermalbäder. Mit 21 Bädern und davon 10 Heilbädern, wittern wir einen gesunden Mix aus revitalisierendem Wasserballett und steiler Party. Wir packen die Badehose ein und fahren voller Vorfreude zum Flughafen. Eineinhalb Stunden Flug sind gut zu schaffen und so landen wir sanft, bei Sonnenschein, pünktlich um 14 Uhr in Budapest. Gekonnt fragen wir uns durch, was wohl der schnellste und günstigste Weg in die Stadt sei. Ein Minibusfahrer will uns mitnehmen. 28,- Euro pro Person, nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, dass unser Flug gerade Mal knapp 20,- Euro gekostet hat. Wir fragen ihn nach den Preisen für Bus und Bahn. "Keine Ahnung, da muss man nicht bezahlen?", bekommen wir mit trockener Miene als Antwort serviert. Wir danken und machen uns auf in Richtung Bus. Es stimmt, kein Mensch hat einen Fahrschein, ein Fahrkartenschalter ist nicht zu sehen und im Bus kann man auch kein Ticket mehr erstehen. Also fahren wir schwarz bis zur Metrostation. Dort erstehen wir, vermutlich als einziger Fahrgast ein offizielles Ticket und fahren in die knapp 20 Kilometer entfernte Innenstadt. Die zweitälteste U-Bahn der Welt, hinter London, peitscht mit einem Affenzahn durch den Untergrund.



Es ist bereits Samstag und heute Abend steigt die besagte Party im Rudas-Bad. Wir schmeißen unser Gepäck in das kleine aber feine Design Hotel in Budapest und gehen uns stärken. Gulasch mit Spätzle und zum Nachtisch, Brownies mit Schokosoße und Eis. Wenn die Party nichts taugt, dafür hat es sich schon gelohnt. Budapest hat eine enorme Dichte an süßen Cafés und Lokalen, die gerade zu nach einer ausgiebigen Kneipentour schreien.


Wir überbrücken die Zeit bis zur Party mit Besichtigungstouren durch die historische Innenstadt. Eisige Temperaturen erschweren ein gemütliches Flanieren, nehmen aber nichts an der Pracht der einzelnen Gebäude. Buda und Pest schenken sich in derlei Hinsicht kaum etwas. Beide Stadtteile bestechen mit aufwendig renovierten Palästen, Kirchen und Burgen. Gegen Abend legt sich ein feiner Nebel über die Stadt und die Lichter, am Donauufer, verschwimmen in der Ferne. Zeit für uns, die Badehose auszupacken und uns im Rudas-Bad ordentlich einzuheizen.


22 Uhr und vor der Einganstür zum Thermalbad steht eine lange Schlange. Es schneit leicht und wir sind froh über Mütze und Schal. Eine gute halbe Stunde später sind wir an der Reihe.
Breite Türsteher winken uns durch und nach einer kurzen Sicherheitskontrolle empfangen uns junge Damen mit einem Armbändchen und einem wasserdichten Plastik-Umhängebeutel. Hurtig ziehen wir uns um, schmeißen etwas Kleingeld in den Umhängebeutel und ziehen los. Im großen Becken knallen uns Elektromusik, Wasserbälle und Laserlichter entgegen. Dj's stehen auf Emporen im 2. Stock und sind von bunt leuchtenden LED Wänden umschlossen. Eine Irre Akustik. Auf feinen Wasserfällen, werden Videos projiziert. Laserformationen durchtrennen den Raum, die jede Disco in der Heimat, wie ein Kinderzimmer aussehen lassen. Alle feiern, trinken und planschen.


Im türkischen Dampfbad herrscht ist die chillout Lounge. Keine Laser, dafür gedämmtes Licht und Musik mit weniger Beats per Minute, dafür nicht minder laut. Kondenswasser tropft von der Decke und es riecht nach Schwefel. Mit Cocktails in der Hand lassen wir uns im warmen Wasser treiben. Gegen Mitternacht starten die Showeinlagen. Im türkischen Bad wird eine atemberaubende Bauchtanzshow vorgeführt. So muss es in Budapest schon vor hunderten von Jahren ausgesehen haben, als die Stadt noch fest in türkischer Hand war. Im großen Becken werden Feuershows und akrobatische Einlagen präsentiert. Ein wirklich gelungenes Konzept, wir applaudieren begeistert.


Irgendwann ist man dann doch etwas aufgeweicht und die Haut fühlt sich um 50 Jahre gealtert. Wir schleichen uns in die Kabine und machen uns auf den Weg ins Hotel. Ein leichtes Fiepen haben wir noch im Ohr, als wir über die berühmte Kettenbrücke von Buda nach Pest spazieren. Aus der runden Kuppe des Rudas, steigt der warme Dampf in den Nachthimmel auf und vermischt sich mit dem Nebel der Donau.


Budapest ist eine einzigartige Stadt, mit vielen historischen als auch kulturellen Angeboten. Egal ob man Budapest in Sommer oder im Winter besucht, die Badehose sollte man auf jeden Fall einpacken!



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