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Shopping am Bosporus

Reisebericht Istanbul


Irgendwie hatten wir uns Istanbul wärmer vorgestellt. Wir hatten dieses Bild von lauen Abenden, wo man in ein luftiges Jackett schlüpft, während man auf der Dachterrasse den Sonnenuntergang über dem Bosporus genießt. Schließlich fahren noch genügend Badeurlauber im November nach Antalya. Istanbul im November hingegen bedeutet nasskaltes Wetter, Temperaturen zwischen 7 - 15 Grad und jede Menge heißen Tee. Letzteres wird zudem in Kaffees und Bars genossen, anstelle von Dachterrassen. Das Wetter kann man sich nicht aussuchen, schon gar nicht, wenn man auf die Schnäppchenangebote im Internet spekuliert. Sun Express, eine Tochtergesellschaft von Turkish Airlines und Lufthansa, fliegt uns für geldbeutelfreundliche 50,- Euro nach Istanbul und sogar zurück.



Die Fahrt vom internationalen Flughafen in die Innenstadt, dauert fast genauso lange, wie der Flug. Trotz breiter Autobahnen, kommt der Verkehr immer wieder zum Erliegen. Istanbul mit seinen knapp 14 Millionen Einwohnern (Stand 2012), fehlt die Infrastruktur von Bahn oder Skytrain ins Zentrum. Alles wird auf die Straße verlagert, was ein zügiges vorankommen schwierig gestaltet. Die Shuttelbusse sind allerdings komfortable und preiswert. Wenn schon im Stau stehen, dann mit Niveau. Auch unser kleines Hotel, in der historischen Altstadt, nur einen Block von Hagia Sophia und der Blauen Moschee entfernt, lebt diesen Grundsatz. Winzige, gemütliche Zimmer mit neuen, modernen Bädern und Fußbodenheizung. Eine Oase um sich vom nasskalten Wetter zu regenerieren.


Istanbul hat so viele Sehenswürdigkeiten, dass es einem schwer fällt, sich für eines zu entscheiden. Wir beginnen mit den bekanntesten und auch nahegelegensten. Die Blaue Moschee mit ihren spitzen Minaretten, die sich wie Lanzen in den Himmel bohren. Sultan-Ahmed-Moschee, wie sie in der Türkei genannt wird, ist die Hauptmoschee Istanbuls und ein Aushängeschild der osmanischen Architektur. Sie sollte schon beim Bau die gegenüberliegende Hagia Sophia an Größe und Schönheit überbieten, was durchaus gelungen ist, zumindest von außen. Von innen, ist die Hagia Sophia, mit ihren verschiedenen Stilen und religiösen Relikten, in meinen Augen beeindruckender. Erst byzantinische Kirche, mit dem Fall Konstantinopels Moschee und heute Museum. Christliche und muslimische Darstellungen und Ornamente zieren bis heute die Wände.
Nicht weniger beeindruckend geht es unterhalb der Prunkbauten zu. Die Cisterna Basilica, einst als Wasserspeicher für den großen Palast angelegt, bietet heute die Heimat für helle bis weiße Fische. Die 138 Meter lange und 65 Meter breite Zisterne wird von 336 Säulen gestützt, die in gelbem Licht angestrahlt erleuchten. Ein beeindruckender Ort, der durch James Bond und Jackie Chan Filme noch an Popularität gewonnen hat.



Vielleicht ist es auch ein Vorteil im November nach Istanbul zu reisen. Die Schlangen an den Sehenswürdigkeiten sind quasi nicht existent. Im Handumdrehen haben wir die bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt. Den Topkapi und Dolmabahce Palast, letzterer beherbergt den größten Kronleuchter der Welt; den Galata Turm, von dem man einen unglaublichen Blick auf die historische Halbinsel genießen kann oder den großen Basar, der von Kunsthandwerk, über Kleidung und Essen auch orientalische Teppiche anbietet.
Bei schlechtem Wetter steigt man einfach in die Straßenbahn und fährt in eine der unendlichen großen shopping malls. Davon gibt es in Istanbul ungefähr so viele, wie in Deutschland Dönerbuden. Um genau zu sein, 107 Stück, Tendenz steigend. Neben Russland werden in der Türkei die meisten Einkaufszentren gebaut. Ein Trend der sicher auch seine Schattenseiten hat, so verdrängen die gewaltigen Bauten ganze Viertel. Wer aber an einem regnerischen Tag genug von historischen Sehenswürdigkeiten hat, kann problemlos Stunden, Tage und Wochen mit shoppen totschlagen.


Unsere Zeit in Istanbul ist begrenzt und es scheint als hätte die Stadt unendlich viel zu bieten. Mit dem Boot kann man vom Marmarameer zum Schwarzen Meer fahren, über Brücken vom europäischen auf den asiatischen Teil laufen oder einfach den orientalischen und moderenen Flair der Metropole genießen.
Istanbul ist kontrastreich, pulsierend und aufstrebend, eine globale Megastadt mit abwechslungsreichem Kultur- und Unterhaltungsprogramm. Unser verlängertes Wochenende war viel zu schnell vorbei, doch wer weiß, vielleicht sitzen wir schon bald auf einer Dachterrasse und blicken auf den Sonnenuntergang über dem Bosporus.


Reisebericht | Istanbul | Türkei | Bosporus | Konstantinopel | Hagia Sophia | Blaue Moschee


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