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Zum Chillen in Chile

Reisebericht Santiago de Chile, Chile


Schon auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt spürt man es. Auf den breiten Mautstraßen gleitet man regelrecht dahin. Jede deutsche Autobahn fährt sich dagegen wie ein Rübenacker. Allgemein fühlt sich Santiago de Chile an, als hätte man Südamerika längst verlassen. Breite Avenues, U-Bahnen und ein gepflegtes Stadtbild. Für ein paar Sekunden denke ich, ich wäre in Vancouver. Vielleicht liegt es auch nur an den Anden, die in meinen Erinnerungen, den North Shore Mountains ähneln und dem urbanen Gesicht der Stadt, einen provinziellen Charme verleihen. Vielleicht ist es aber auch das Gefühl von Sicherheit, was beide Großstädte ausstrahlen. Schon bei der Einreise, musste ein deutsches Paar, die Mitnahme von zwei bolivianischen Äpfeln im Koffer, teuer bezahlen. Chile lebt mitunter vom Wein- und Obstexport und verhängt strengen Strafen, auf die mögliche Einfuhr von Schädlingen.



Santiago de Chile ist eine moderne Stadt, junge Leute sitzen verliebt im Park, küssen sich und kuscheln miteinander. Die Mode ist locker und legere, Frauen tragen kaum noch Röcke, wie in Bolivien und Hüte sowieso nicht. Das Wetter ist trocken und heiß. Perfekt, nicht nur für den Weinanbau, sondern auch für uns. Wir starten relaxed in den Tag und erholen uns am Dachterrassenpool des Hotels. Die ganzen Sehenswürdigkeiten, wie den Plaza del Armas, die quirlige Markthalle, den historischen Bahnhof von Gustave Eiffel, den Aussichtspunkt San Cristóbal und viele weiter Highlights, haben wir bereits gestern abgehakt. Heute wollen wir durch die Geschichte des Landes wühlen und zwar nicht in verstaubten Museen oder Büchereien, sondern auf dem größten Antikmarkt Chiles. Centro Comercial, Kreuzung Balmaceda-Brasil. Die gewaltige, rosafarbene Lagerhalle ist schnell gefunden. Darin verbergen sich unzählige kleine Geschäfte mit Raritäten, eine Zeitreise in eine andere Epoche. Am liebsten hätten wir einen ganzen Container mit alten Grammophonen, Stühlen und Accessoires vollgeladen und nach Hause geschickt. Da wir aber weder das nötige Kleingeld, noch den Stellplatz in den eigenen vier Wänden haben, entschließen wir uns, ein Gläschen chilenischen Wein zu trinken und etwas zu essen. Santiago hat eine enorme Anzahl an erstklassigen Restaurants mit Spitzenköchen. Wir genießen moderne Interpretationen von einheimischen Köstlichkeiten, fruchtige Rotweine, die einen Hauch von Kirsche und anderen feinen Aromen bieten und köstliche Nachspeisen.


Santiago de Chile ist sicherlich nicht mehr die langweiligste Stadt Südamerikas. Es fehlt vielleicht noch etwas an eigener Identität, zu sehr werden Städte wie London, Paris und New York kopiert. Doch wenn die Stadt der schleichenden Amerikanisierung entfliehen kann und einen eigenen Stil entwickelt, werden Buenos Aires und Rio de Janeiro schon bald echte Konkurrenz bekommen.



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